Wolfgang Schlegel

 

wurde beim Grand Prix d´Excellence in Alecon / Frankreich

für die "Die beste Weißwurst Deutschland 2009" ausgezeichnet

Gratulation für diese außergewöhnliche Leistung!!

 

Fellbacher Zeitung am 19. Februar 2010

 

Traum von der Champions League

Stetten (lin). Bei Wolfgang Schlegel

ging es wieder um die (Weiß-)

Wurst: Mit seiner „Boudin blanc“

wurde er Vizeeuropameister.

Wolfgang Schlegel hat einen

Traum: „Einmal die Champions

League“, sagt der Metzgermeister,

„das wär’s.“ Zu gerne würde der Stettener

mit seinen Weißwürsten noch den Europameister-

Titel holen. Das Ziel ist realistisch:

Vor kurzem hat er beim internationalen

Wettbewerb in Frankreich europaweit

den zweiten Platz geholt. Gleichzeitig ist er

auch noch Deutscher Meister. Doch damit

nicht genug der Ehren: Mit seiner „Gourmetbratwurst“

aus Schinken, Käse und Spinat

(„Eine eigene Kreation“) wurde er Vierter.

Stolz zeigt Wolfgang Schlegel auf die

beiden goldglänzenden Pokale, die er von

der Siegerehrung aus dem 1000 Kilometer

entfernten Alençon mitgebracht hat. Da

hat sich die weite Reise fast schon gelohnt.

Den Wettbewerb in der Normandie gibt

es seit 38 Jahren, Wolfgang Schlegel nimmt

seit sechs Jahren teil. Er hat sich in dieser

Zeit konstant nach oben gearbeitet und war

noch nie schlechter als Platz sechs. Das ist

bei mehr als 1000 angestellten Weißwürsten

eine enorme Leistung. Wobei zum Gewinnen

ein bisschen Glück gehört, räumt

der 62-Jährige ein: „Der eine schmeckt mit

seinem Gaumen dies, der andere das.“ Deshalb

kommt eine „Boudin blanc“ im einen

Jahr an – und im anderen nicht. Begründet

wird das Urteil der Jury nicht.

Deshalb ist Wolfgang Schlegel guter

Hoffnung für den nächsten Wettbewerb. Er

weiß, dass er gute Weißwürste macht, und

verrät sogar das Erfolgsrezept: „Sie müssen

locker sein, aber nicht zu locker: Sie müssen

Biss haben und natürlich frisch sein.“

Der Metzgermeister geht ins Detail: „Petersilie

gehört rein, Schweinefleisch und

Speck. Und ganz wichtig ist ein Kalbskopf,

der macht die Wurst locker.“ Ohne Namen

zunennen spricht der Fachmann von Kollegen,

die lieber mit preiswerteren Schweineschwarten

arbeiten. Das merke man jedoch

sofort am Geschmack, sagt der Stettener.

Auch fürs Erhitzen vor dem Verzehren hat

der 62-Jährige, dessen Metzgerei mit Auszeichnungen

reich bestückt ist, einen Tipp:

„Ja keine gefrorenen Weißwürste ins heiße

Wasser werfen, die platzen.“ Der Experte,

der aus jedem frisch gebrühten Weißwurstkessel

eine probiert, rät: „Ziehen lassen!

Etwa 15 Minuten in leicht gesalzenem Wasser

mit einer Zitronenscheibe erwärmen.“

Das sachte Salzen müsse sein, sonst gebe

die Wurst ihre Würze ans Wasser ab und

verliere ihr Aroma.

Und wenn seine preisgekrönte (oder

auch eine andere)Weißwurst auf dem Teller

liegt, rät Wolfgang Schlegel vom „Auszutzeln“

ab. Er schneidet die Wurst in der

Mitte durch und zieht den Darm, der sich

ganz locker lösen muss, nach links und

rechts ab. Dann steht dem ungestörten Genuss

nichts mehr im Wege.

Obwohl der Stettener schon „sehr viele“

Weißwürste hergestellt hat, kann er nicht

genug davon kriegen: Außer den Probierwürsten

isst er nach Feierabend gerne

„auch noch ein Pärle“. Und gibt schmunzelnd

zu: „Eigentlich könnte ich sie den

ganzen Tag essen.“

Jetzt drückt er die Daumen, dass beim

nächsten Wettbewerb auch die Juroren in

Alençon mal auf den Geschmack kommen:

Damit das mit der Champions League

nicht nur ein Traumbleibt.


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